Eine Verschnaufpause nach einer schönen Runde durch den Ort Aligse gönnen sich (v.r.) Marie-Luise Gierschner, Gabriela Gunadi, Betreuerin Birgit Konopatzki und Ruth Kutschke.
Eine Verschnaufpause nach einer schönen Runde durch den Ort Aligse gönnen sich (v.r.) Marie-Luise Gierschner, Gabriela Gunadi, Betreuerin Birgit Konopatzki und Ruth Kutschke.

Die Dorf-Idylle genießen

07.05.2026 – Bewegung hält fit und jung. Nach diesem Motto wird im Bonmonde Seniorenzentrum Aligse besonderer Wert auf Ausflüge gelegt. Besonders jetzt, wenn die Natur erwacht ist und sich mehr und mehr die Sonne am Himmel zeigt, motiviert das Betreuungsteam die Bewohnerinnen und Bewohner: auf ins Grüne! Beliebt sind kleinere Spaziergänge durch den historischen Ortskern von Aligse.

Vor einigen Tagen war es wieder soweit: Betreuerin Birgit Konopatzki macht sich mit drei Bewohnerinnen vom Wohnbereich 3 der Einrichtung sowie einer Angehörigen auf den Weg. Die sechsjährige Chizu-Pekinese-Hündin Frieda ist auch dabei. Für die rund 1000 Schritte gönnt sich die Gruppe rund anderthalb Stunden. Was weniger am mangelnden Tempo liegt, sondern an den Eindrücken, die sich für die Seniorinnen auftun. „Ich bin hier geboren und kenne die ursprünglichen Ecken“, sagt Birgit Konopatzki. Bis sich das erste malerische Fachwerkhaus zeigt, muss sich die Gruppe nur beim Start an der Dammfeldstraße 11 nach links in nördliche Richtung bewegen. Nach 30 Metern kommt eine schmale Gasse, die nicht nur Sicherheit vor vorbeifahrenden Autos und Mopeds bietet, sondern bezaubernd in ihrer dörflichen Schönheit ist.

Bereits in dieser Gasse offenbart sich der ursprüngliche Charakter des heutigen Lehrter Stadtteils, der immer noch einen landwirtschaftlich geprägten Charakter verströmt. Hecken, Holzzäune, historischer Altbaumbestand und Jahrhunderte alte Gehöfte, die liebevoll unter Denkmalschutzaspekt restauriert sind. Vor allem die  Ruhe in diesen Gässchen und Dorfstraßen beeindruckt die Spaziergängerinnen. Die Vöglein besingen das Idyll.

„Im Bruche“ heißt dieser Pfad, der nach 200 Metern einen Linksknick beschreibt und breiter wird. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Einige wenige Neubauten schmiegen sich behaglich an uralte Fachwerkhäuser. Alles wirkt gepflegt, wie ins Dorf-Ensemble architektonisch hineinkom poniert. Ein paar Lädchen wie ein Friseursalon oder Handwerksbetriebe säumen das Trottoir. Beim restaurierten langgezogenen Landhaus an der Peiner Heerstraße verweilt die Gruppe ein paar Minuten und bewundert das Fachwerk mit seinen weißen Gefachen. „Dieses schmucke Gebäude ist typisch für unseren Ort“, weiß Birgit Konopatzki, die sich seit neun Jahren im Bonmonde Seniorenzentrum Aligse um solche Erlebnisse für die Bewohnerinnen und Bewohner kümmert. Das ursprünglich vermutlich als Bauernhof angelegte Fachwerk-Juwel dürfte mehrere 100 Jahre auf dem Buckel haben, schätzt die Bonmonde-Betreuerin. Die Balken atmen Dorfgeschichte.

Von hier aus sieht man schon gut den Dorfplatz mit schattenspendenden Eichen, Teich und umgebendem Park. „Dort findet das Schützenfest seinen Höhepunkt“, weiß Birgit Konopatzki zu berichten. Früher sei Aligse mit pulsierendem Leben, brauchtums-, sport- und kulturtreibenden Vereinen ein sehr belebter Ort gewesen. Einiges ist noch geblieben. Organisationen wie die Freiwillige Feuerwehr, die Sportfreunde oder die Schützengesellschaft von 1924 veranstalten gesellige Volksfeste und Umzüge, die die rund 1700 Bewohner mobilisieren. Erhalten sind auch noch einige gastronomische Betriebe, in die die Bonmonde-Spaziergänger gerne einkehren. „Über Pfingsten ist wieder richtig was los hier rund um den Schützenplatz“, berichtet die Betreuerin.

Die Spaziergängerinnen hören aufmerksam zu, stellen Fragen, zeigen sich wissbegierig und vergessen dabei nicht, auf dem Trottoir zu bleiben. Denn an der Ecke des Arbeiter Samariter-Bundes beginnt schon wieder die Landstraße 443, die Lehrte mit Burgdorf verbindet und mitten durch den Ort Aligse führt. Doch nach wenigen Metern ist man wieder an der Dammfeldstraße 11 – am Seniorenzentrum. Bevor es wieder hochgeht auf den Wohnbereich, genießen die Bewohnerinnen noch ein paar Minuten im weitläufigen Seniorenpark die Nachmittagssonne. Auf der Bank am Brunnen im Schutze der Forsythien erzählt Birgit Konopatzki weitere Geschichten aus dem alten Aligse. Beispielsweise aus dem Dorfladen gegenüber, der mangels Nachfolge geschlossen werden musste und einer neuen Zukunft entgegensieht.

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