Bonmonde-Bewohnerin Angela Heideck nimmt in einer schattigen Ecke im Seniorenpark ein Fußbad und genießt den Sommer in Aligse.

Nachhaltiger Hitzeschutz

22.07.2026 – Im Bonmonde Seniorenzentrum Aligse hat die Leitung den Umgang mit den heißen schwülwarmen Temperaturen im Griff. Zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner haben die Pflegemitarbeitenden seit dem späten Frühjahr ein ganzes Bündel an Maßnahmen ergriffen, es den Seniorinnen und Senioren so angenehm wie möglich zu machen. „Das Feedback der Bewohner zu den heißen Tagen war positiv“, fasst Pflegedienstleiter Sascha Ziball eine Besprechung in der Heimbeiratssitzung zusammen.

Dennoch ist man in Aligse weit davon entfernt, es nun laufen zu lassen. „Als PDL frage ich mich  immer: Haben wir genug getan?“, berichtet Sascha Ziball. Auch wenn das Feedback in der Heimbeiratssitzung positiv war und die Mitarbeiter von Betreuung, Pflege und Küche sehr gelobt wurden, werden in allen Bereichen nach wie vor die Ärmel hochgekrempelt. Die Aufmerksamkeit geht bis hin zur Überprüfung der medizinischen Versorgung. „Bestimmte Medikamente können bei Hitze unerwünschte riskante Wirkungen auf Temperaturregulation wie Wasserhaushalt haben“, so Sascha Ziball. Auch die Dienstzimmer seien runtergekühlt worden zum Schutz der Medikamente.

Flexibilität, aufmerksames Beobachten und gute Kommunikation mit den Bewohnern sind das A und O im nachhaltigen Umgang mit dem Klimawandel. Denn der stellt die älteren Menschen vor enorme Herausforderungen. Das zeigt exemplarisch eine Szene im Seniorenpark zwischen der Bewohnerin Angela Heideck und Christiane Wego. Als die Leiterin der Sozialen Betreuung die erschöpft wirkende Bewohnerin im Seniorengarten erblickt, stellt sie mit ihrem Team spontan ein Planschbecken auf, rollt die gehbehinderte Seniorin an den Pool und hilft ihr, die Füße ins Wasser zu strecken – eine Erlösung für die 73-Jährige. „Das Vorbild ließ nicht lange auf sich warten, solche Fußbäder sind jetzt heißbegehrt bei unseren Seniorinnen und Senioren“, freut sich Christiane Wego über den Erfolg solch kleiner Gesten.

Ob es eine spontan gereichte Zitronenlimonade, ein Eis, eine Melone, ein Milchshake oder ein Glas Wasser ist, das Bereitstellen von Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor, das Spannen eines Schatten spendenden Segeltuchs in einer bezaubernden Gartenecke, eine gesunde Ernährungswoche mit Salat, Obst, Gemüse und milden Milchprodukten statt Bratwurst, Schweinshaxe, Pommes, Burger oder Kaiserschmarrn auf dem Speiseplan – die Mitarbeitenden sind sensibilisiert, was den Bewohnern guttut. Neben dem ohnehin vorhandenen baulichen Hitzeschutz wie Rollos, Markisen, Außenrolläden, Hitzeschutzverglasung und mobilen Maßnahmen wie Ventilatoren, Klimageräte, große Sonnenschirme und Segeln sucht die Bonmonde-Mannschaft jede Gelegenheit, die Glut des Sommers herunterzufahren und in erfrischende Kühle zu verwandeln. „Auf den Bereichen haben wir zusätzliche Trinkstationen eingerichtet“, so Sascha Ziball.

„Auch unser alter Baumbestand wirft kräftige Schatten und sorgt im Park für ein angenehmes Klima“, beschreibt Einrichtungsleiterin Antina Behrmann einen wichtigen Aspekt in Sachen Umgang mit der Hitze. Außerdem, so die Leiterin, achte man im Innenbereich darauf, dass die Räume möglichst kühl gehalten werden und die 26-Grad-Marke nicht überschreiten. „Wir lernen jeden Tag dazu und schulen uns regelmäßig, wie wir dem stetig voranschreitenden Klimawandel begegnen können mit sinnvollen Maßnahmen und Empfehlungen für unsere Bewohner“, betont Antina Behrmann. Ein Rat in Sachen Garderobe ist, auf Polyester und Nylon auf der Haut zu verzichten und statt dessen auf Kleidung mit Naturfasern – etwa atmungsaktives Leinen – oder hochwertigen Funktionsstoffen zu setzen.

Somit kann das Bonmonde-Team in Aligse aus eigener Kraft schon einiges leisten, es den anvertrauten älteren Menschen so entspannt wie möglich zu machen. Einrichtungsleitung und Geschäftsführung verhehlen aber nicht, dass man sich von der Politik und den Pflegekassen mehr Unterstützung wünschen würde, was Fördermöglichkeiten betrifft. Beispielsweise von innovativen Split-Klimaanlagen, die gegenüber mobilen Klimaanlagen erhebliche Vorteile bieten wie hohe Energieeffizienz, leiser Betrieb und Multifunktionalität Kälte/Wärme. Solche Geräte sind zwar unter strengen Voraussetzungen förderfähig, werden in der sozialen Pflegeversicherung von den Kassen aber nach wie vor nicht als Pflegehilfsmittel anerkannt – hierfür steht kein fester Zuschuss-Topf bereit.

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